Zahlungsverfahren im Wandel
Emil, Dienstag, 2. März 2010, 12:53
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Früher, was in diesem Fall gerade mal ein gutes halbes Jahrhundert her ist, war alles viel einfacher als heute. Immer freitags oder samstags kam der Chef mit der berühmten Lohntüte, in dem sich Bargeld und der zugehörige Lohnstreifen befanden. Diese Münzen und Scheine trug man dann zu seinem Händler oder auch Gasthaus um die Ecke, um dafür Waren oder auch ein erfrischendes Getränk zu erhalten. Auch Miete und andere höhere Beträge wurden meist bar bezahlt.

Dann kam die Verbreitung der Banken mit ihren Girokonten hinzu. Lohn und Gehalt wurden fortan bargeldlos überwiesen, genauso verfuhr man mit der Mietzahlung und auch bei der Begleichung von Rechnungen. Bald gab es auch die Möglichkeit im Supermarkt per EC-Karte zu zahlen. Ferner fand auch die Kreditkarte eine gewisse Verbreitung, zu Beginn insbesondere unter den Besserverdienenden.

Als dann das Internetzeitalter begann, kamen weitere Bezahlformen hinzu, insbesondere Bezahldienste wie PayPal, sofortueberweisung,de oder moneybookers. Hier zahlt man Geld auf ein Konto ein und kann dann in sehr einfachen Schritten eine Zahlung veranlassen. Die Vorteile lagen auf der Hand. Eine solche Zahlung ging schneller, da der Empfänger unmittelbar über die vorgenommen Zahlung informiert wird, sie war zu dieser Zeit billiger und einfacher wenn es um Zahlungen ins Ausland geht, und der Zahlungsdienstleister kann sich gegebenenfalls als Treuhänder einschalten. Insbesondere die Vorteile bei Auslandszahlungen und die Geschwindigkeit waren meist bei Verbrauchern der Grund zu dieser Zahlungsvariante zu greifen.

Doch immer noch leben wir in Zeiten des Wandels. Die klassische Überweisung, die schon seltener zu werden schien, wird wieder interessant. Wer heute eine Zahlung ins EU-Ausland ausführen möchte kann dies mittels IBAN/BIC bzw. SEPA leicht vornehmen, und das zu Preisen, wie sie für Inlandsüberweisungen gelten. Hier sind die neuen Zahlungsdienstleister meist teurer, zumindest für den Zahlungsempfänger. Auch die Geschwindigkeit bei der Zahlungsausführung ist immer weniger ein Argument, denn eine Inlandsüberweisung innerhalb der gleichen Bank wird heute häufig schon in Echtzeit durchgeführt. So gibt es bereits Fälle, bei denen ein Kind mit dem Handy vom Geldautomat aus bei den Eltern anruft und um etwas Geld bittet. Die großzügigen Eltern überweisen dann online etwas auf das Konto des Kindes, und schon im nächsten Moment kann das Geld aus dem Geldautomaten gezogen werden.

So sind diese beide für die Verbraucher früher wichtigen Argumente für die Wahl eines Zahlungsdienstleister nicht mehr so entscheidend wie zu Beginn des Internetbooms. Daher werben diese Dienstleister nun mit dem dritten oben genannten Argument, ihrer möglichen Funktion als Treuhänder. Häufig fallen in der Werbung Begriffe wie Verbraucher- oder Käuferschutz. In manchen Fällen wird das Geld vom Zahlungsdienst vom Verkäuferkonto zurückgebucht, wenn der Kunde eine Unstimmigkeit meldet. Dies dient zwar einerseits dem Schutz der Kunden, öffnet aber auch besonders findigen unter diesen Kunden neue Wege des Missbrauchs. So hört man also in letzter Zeit zunehmend Beschwerden seitens der Verkäufer, und man darf gespannt sein, ob und wie sich die Online-Dienstleister aus dieser Zwickmühle befreien können. Ein weiterer Kritikpunkt sind die teilweise nicht unerheblichen Gebühren, die von diesen Dienstleistern erhoben werden.

So wird es also vorerst beim Wandel bleiben, wenn wir die verwendeten Zahlungsmethoden beobachten. Man darf gespannt zuschauen, ob denn letztendlich ein Sieger hieraus hervorgehen wird, oder ob der Wandel das einzig Konstante hierbei bleiben wird.


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