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Was hat ein pubertierendes Mädchen mit Zahnspange, das ihre Stöckelschuhe stolz wie eine Große spazieren trägt, mit dem CEO, CTO oder anderen Würdenträgern eines Startups gemeinsam? Beiden sieht und merkt man an, dass sie in ihrem Dasein noch nicht allzu viel Erfahrung haben sammeln können, und beide versuchen dies durch Äußerlichkeiten zu überdecken.
Während bei dem Mädchen jedoch augenscheinlich ist, was da nicht zusammenpasst, sagt uns beim Shop nur unser Unterbewusstsein, dass hier Schein und Wirklichkeit manchmal zwei verschiedene Welten sind. Da ist also ein neu gegründetes Unternehmen, von dessen Existenz wir soeben auf der achten Ergebnisseite unserer Suchmaschine erfahren haben, und dieses Unternehmen beschäftigt Personal, dessen Titulierungen eines weltweit agierenden Konzerns würdig wären.
Doch wie sieht die Wirklichkeit in einem solchen Unternehmen aus. Entweder es handelt sich um einen sogenannten Wohnzimmerhändler, der allein arbeitet und sich je nach Situation selbst die unterschiedlichsten Titel gibt. Mal ist er der CEO mal Chief of dies und mal Chief of das. Oder es handelt sich um ein kleineres Startup, in dem beispielsweise vier Menschen arbeiten, von denen einer die Programmierung übernimmt, der zweite die Werbung, der dritte das kaufmännische und der vierte für Einkauf und Verkaufsabwicklung und Versand zuständig ist. Häufig werden bei solchen Startups dann die Titel so gewählt, so dass dann der Programmierer zum Head of Software Development oder der Pakete-Packer sich COO (Chief Operations Officer. Donnerstags kommt dann sicherlich die BCW (best cleaning woman).
Doch wie bei dem Mädchen, das mit ihren Stöckelschuhen erwachsen wirken will, funktioniert das auch mit diesen Bezeichnungen nicht. Eher sorgen diese für Verwirrung, weil eben der Beginner-Begriff Startup nicht so recht zu den hochtrabenden sonst gewählten Begrifflichkeiten passt. Zu gerne geht man mit der Startup-Bezeichnung hausieren, um sich selbst etwas den Flair von etwas Neuem zu geben. Doch dann sollte man diese Linie auch ganz durchziehen und nicht wieder durch Übertreibungen kaputt machen. Wer neu ist hat eben keinen Präsidenten in der Firma sondern einige wenige Fachleute, die häufig auch noch Mädchen für alles sein müssen. Das sollte sich auch in den Bezeichnungen widerspiegeln. Denn weniger ist häufig mehr.