Google wird abgeschaltet
Emil, Samstag, 13. Februar 2010, 14:00
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Natürlich stimmt das nicht, aber es ist trotzdem ein spannender Gedanke, was wohl passieren würde, wenn dies tatsächlich geschehen würde. Und zu diesem Gedankenspiel gehört natürlich auch, dass die suchende Internetgemeinde dann nicht zu einem anderen Suchmaschinendienst wie Bing, Metager, Cuil oder anderen weiter wandert. Auch kein neuer Dienst stürzt sich in die bestehende Lücke. Nein, es gibt dann einfach keine Suchmaschine mehr.

Um das Wichtigste gleich vorwegzunehmen: Nein, die Welt wird nicht untergehen, und es wird auch keine Hungersnöte oder Kriege deswegen geben. Aber dennoch wird sich natürlich einiges ändern, vor allem natürlich was unser aller Online-Verhalten angeht. Erst seit etwa zehn Jahren gibt es Google überhaupt und auch die große Verbreitung des Internets begann erst zu dieser Zeit. Und dennoch scheint es kaum vorstellbar, dass so etwas geschehen könnte.

Natürlich würde ein Aufschrei durch die Welt gehen, und nachdem dieser ein wenig verschallt wäre, würde sich die Internetgemeinde neu ausrichten. Vielleicht kämen die klassischen Webkataloge wieder zur Geltung, die meist in aufbereiteter Form eine Auflistung von Webseiten zu einem bestimmten Thema anzeigen. Gleichzeitig würden sicher Empfehlungen, die auf anderen Seiten gemacht werden, mehr Resonanz als heute finden. Aber auch klassische und dem Internet ferne Verbreitungswege würden wiederbelebt, wie zum Beispiel die Mund-zu-Mund-Propaganda aber auch die klassischen Print-Medien. Vielleicht würde dies sogar dazu führen, dass das Internet weniger genutzt würde, da es schwieriger wäre, sich dort zurechtzufinden und man deswegen lieber zum stationären Handel um die Ecke zurückkehrt.

Eine neue Form der Empfehlungen sind die Social Bookmarks (öffentliche Lesezeichen) wie man sie beispielsweise bei Mister Wong oder Linkarena hinterlegen kann. Diese Dienste würden dadurch ganz sicher zu einer weit größeren Verbreitung finden, als dies heute bereits der Fall ist. Gleichzeitig würden natürlich auch die eigenen (nicht veröffentlichen) Lesezeichen weit besser gepflegt werden, als dies manchmal heute der Fall ist. Vielmehr als heute würde man natürlich auch dort nachschauen, statt Google zu befragen, wodurch wieder eine viel stärke Bindung zu einzelnen Angeboten im Netz entsteht. Natürlich wären die Änderungen einschneidend, zumindest wenn es um das Online-Verhalten ginge, doch Schaden würde niemand nehmen.

Doch wie weltfremd ist eine solche Idee nun wirklich? Wenn man bedenkt, dass es noch vor zehn Jahren eine Welt ohne Google gab, lässt sich kaum voraussagen, wie die Online-Welt aussieht, wenn man diese Zeitspanne in die Zukunft schaut. Haben es andere Suchmaschinen dann geschafft, Google von der scheinbar ungefährdeten Position als Marktführer zu verdrängen? Oder gibt es ganz andersartige Dienste, die wir uns vielleicht jetzt noch gar nicht vorstellen könne, welche dann die Rolle des Wegweisers im Netz übernommen haben werden? Und noch etwas darf natürlich nicht vergessen werden: Google ist kein gemeinnütziges Projekt, das seine Dienste im Rahmen der Hilfsbereitschaft kostenlos im Netz anbietet. Vielmehr ist es das ureigenste Bestreben Googles Gewinne zu erzielen. Solange sich durch zugeschaltete Werbung in den Suchergebnissen dieses Geld verdienen lässt, wird es auch die Suchmaschine in dieser Form geben. Wenn dies aber künftig einmal nicht mehr möglich sein sollte, wird Google keinerlei Veranlassung sehen, die Suchmaschine weiter zu betreiben, oder aber den Dienst in völlig anderer Form anbieten, vielleicht sogar die Abfragen kostenpflichtig zu machen. Proteste und ein einstimmiger Aufschrei würden dabei den Konzerngiganten wenig beeindrucken. Es bleibt also spannend was die Zukunft bringen wird. Aber haben Sie keine Angst, denn Google bleibt uns natürlich erhalten. Vorerst zumindest!



Die Hommingberger Gepardenforelle
Emil, Sonntag, 7. Februar 2010, 10:49
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Eine Hommingberger Gepardenforelle gibt es nicht. Das Wortpaar wurde im Rahmen eines SEO-Wettbewerbs im Jahre 2005 vom der Zeitschrift c’t erfunden. Ziel war es eine Webseite aufzubauen, die an einem Stichtag bei einer Googlesuche nach diesem Begriffspaar am besten positioniert ist. Bei Wikipedia lässt sich Näheres zu diesem Wettbewerb nachlesen. Seitdem hat es viele solche Wettbewerbe gegeben, bei denen immer das Ziel war innerhalb einer bestimmten Zeitspanne eine Webseite gut in den Suchmaschinenergebnissen zu positionieren, wenn nach den festgelegten Suchbegriffen gesucht wird.

Solche Wettbewerbe liefern eine Vielzahl an Informationen über die Mechanismen, welche von Suchmaschinen verwendet werden, um die Reihenfolge der Suchergebnisse festzulegen. Bei dem Wettbewerb mit der Hommingberger Gepardenforelle waren ausdrücklich legitime aber auch von den Suchmaschinenbetreibern unerwünschte Methoden erlaubt. So kann auch festgestellt werden, ob und wie die Verwendung solcher unerwünschter SEO-Methoden bestraft wird. Nach der Auswertung zeigte sich, dass insbesondere die Titelzeile, der Inhalt, der Name der Domain sowie die Zahl der auf die jeweilige Seite zeigenden Links (Backlinks) entscheidend war. Hinzu kämen noch das Alter der Domain und andere Kriterien, aber diese Aspekte ließen sich in der Kürze der Zeit dieses Wettbewerbs nicht auswerten.

Für Neulinge im Bereich der Suchmaschinenoptimierung stellen solche Wettbewerbe eine interessante Möglichkeit dar, einmal selbst zu erleben, wie selbst Kleinigkeiten manchmal die Positionierung einer bestimmten Seite beeinflussen können. Wird eine Seite oder ein Blog nur für diesen Wettbewerb erstellt, kann selbst mit riskanten Methoden getestet werden, ob sie etwas bringen. Denn selbst wenn diese Seite dann einmal von der Suchmaschine abgestraft werden sollte, ist dadurch kein wirtschaftlicher Verlust entstanden. Lediglich der Wettbewerb kann dann kaum noch gewonnen werden. Denn mit der eigenen Shopseite lässt sich dieses Risiko nicht eingehen. Eventuelle Zurückstufungen durch die Suchmaschinen lassen sich nur mit erheblichem Arbeits- und Zeitaufwand wieder rückgängig zu machen.

Darum rate ich allen Neulingen bei der Suchmaschinenoptimierung mindestens einmal an einem solchen Wettbewerb teilzunehmen. Die gewonnenen Erkenntnisse lassen sich dann gewinnbringend bei der eigenen Seite unterbringen. Suchen Sie darum doch bei der Suchmaschine Ihrer Wahl einmal nach dem Begriff SEO-Wettbewerb oder fragen Sie interessierte Freunde oder Kollegen, ob sie mitmachen möchten. Es lohnt sich.