RadioEins – Ego statt Marketing?
Emil, Donnerstag, 29. September 2011, 11:26
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Der in Berlin und Brandenburg empfangbare Radiosender RadioEins hat seit einigen Monaten in Robert Skuppin einen neuen Programmchef. Er löst den bisherigen Verantwortlichen Florian Barckhausen ab, der seit 2005 im Amt war. Auch seinerzeit war Skuppin schon für diese Position im Gespräch.

Kaum in Amt nimmt Skuppin weitreichende Änderungen am Programm des zum rbb gehörenden Senders vor. Nun ist es nicht verwunderlich, dass ein Neuer auch gleich zu Beginn einige eigene Duftmarken setzen will, und häufig gibt es auch größere Ideen, die der oder die Neue mitbringt und die dann Stück für Stück beraten und umgesetzt werden.

Eine der wichtigsten Regeln im Marketing besagt aber, dass man ein erfolgreiches Produkt – und ein solches ist RadioEins ohne Zweifel – nur dann noch erfolgreicher machen kann, wenn man Änderungen sehr behutsam vornimmt. Wer zu deutlich Veränderungen vornimmt, riskiert, dass die bisherige Klientel irritiert abwandert – ohne dass eine nennenswerte Zahl an neuen Kunden (hier Zuhörern) hinzukommt. Doch Skuppin möchte gleich alles auf einmal.

Mehr als ein Dutzend beliebte Programmrubriken werden gestrichen, größtenteils ohne Ersatz. Die Sendungen erhalten neue Namen und eine neue Zeitstruktur, so beginnt der Werbe- und Nachrichtenblock jetzt noch fünf Minuten früher. Manche Moderatoren gibt es nicht mehr, dafür kommen dann neue. Jingles und Musikbett unter Wetter und Verkehr wurden durch einen herzlosen Techniksound ersetzt. Die Ankündigung eigener Veranstaltungen erfolgt nicht mehr spritzig durch die Moderatoren Finger und Oswald, sondern scheint jetzt an eine Agentur gegeben worden zu sein, die aalglatte Werbespots abliefert, die gut zu einem Privatsender für hornbebrillte Hipster passen würde. Die oft lustigen Telefonate mit Zuhörern bei diversen Programmfeatures scheinen auf ein Minimum beschränkt worden zu sein.

Was bleibt ist die wahrlich gute Musik und die Stimme der Moderatoren, die aber meist auf nur noch einen Programmpunkt mit realem Inhalt per halber Stunde begrenzt wurde. Der Rest sind nur noch lapidare Ansagen und Ankündigungen, was es denn in der nächsten halben Stunde so gibt. Zu befürchten ist, dass sich auch die Musik noch ändern wird. Zuerst könnte man die langen Musikstücke verbannen oder auf ein “radiotaugliches” Format zusammenstutzen, dann das Korsett inhaltlich enger ziehen und schließlich die Musikrichtung ganz langsam in eine gewünschte Richtung verändern. Und dann? Dann ist vom bisherigen RadioEins überhaupt nichts mehr übrig.

Doch warum geschieht dies? Natürlich ist es jedem unbenommen, sein Produkt zu ändern wie und wann er will. Doch macht man dies – wie oben beschrieben – langsam und ohne die Kunden (Zuhörer) zu erschrecken. Was hier geschieht, ist nur Eigensinn. Auch ein öffentlich-rechtlicher Radiosender sollte nach Möglichkeit wirtschaftlich arbeiten. Wenn hier schon nach so kurzer Zeit vom neuen Programmchef so gravierende Änderungen vorgenommen werden, kann man annehmen, dass da noch andere Gründe vorliegen. Fühlte sich Skuppin 2005 übergangen, als er schon einmal als Programmchef im Gespräch war? Und will er darum jetzt alle Spuren seines von ihm womöglich ungeliebten Vorgängers möglichst gründlich beseitigen? Wenn dem so wäre, würde er sich und dem Sender einen Bärendienst erweisen. Denn wenn durch seine Änderungen die Zuhörer zu anderen Sendern wechseln (bei Facebook schreiben nicht wenige so etwas), wird das dem neuen Programmchef angerechnet werden. Bleibt zu hoffen, dass der Sender mit dem berühmten blauen Auge davon kommt und es Skuppin mit den Änderungen bisher bewenden lässt. Vielleicht hat er sogar den Mut, einige Schritte auch wieder rückwärts zu gehen, indem zum Beispiel den Jingles, Einspielern und den Sendungen wieder mehr Leben eingehaucht wird. Hier wäre ein solcher Rückwärtsschritt ganz sicher ein besseres Marketinginstrument als die Topfdeckelfrisur-Schere, die Skuppin bisher in der Hand hatte. Auffällig auch, dass es weder von RadioEins noch von Skuppin bisher eine Stellungnahme zu der zahlreichen Kritik gibt.



Stöckelnde Shop-Betreiber
Emil, Samstag, 24. September 2011, 10:44
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Was hat ein pubertierendes Mädchen mit Zahnspange, das ihre Stöckelschuhe stolz wie eine Große spazieren trägt, mit dem CEO, CTO oder anderen Würdenträgern eines Startups gemeinsam? Beiden sieht und merkt man an, dass sie in ihrem Dasein noch nicht allzu viel Erfahrung haben sammeln können, und beide versuchen dies durch Äußerlichkeiten zu überdecken.

Während bei dem Mädchen jedoch augenscheinlich ist, was da nicht zusammenpasst, sagt uns beim Shop nur unser Unterbewusstsein, dass hier Schein und Wirklichkeit manchmal zwei verschiedene Welten sind. Da ist also ein neu gegründetes Unternehmen, von dessen Existenz wir soeben auf der achten Ergebnisseite unserer Suchmaschine erfahren haben, und dieses Unternehmen beschäftigt Personal, dessen Titulierungen eines weltweit agierenden Konzerns würdig wären.

Doch wie sieht die Wirklichkeit in einem solchen Unternehmen aus. Entweder es handelt sich um einen sogenannten Wohnzimmerhändler, der allein arbeitet und sich je nach Situation selbst die unterschiedlichsten Titel gibt. Mal ist er der CEO mal Chief of dies und mal Chief of das. Oder es handelt sich um ein kleineres Startup, in dem beispielsweise vier Menschen arbeiten, von denen einer die Programmierung übernimmt, der zweite die Werbung, der dritte das kaufmännische und der vierte für Einkauf und Verkaufsabwicklung und Versand zuständig ist. Häufig werden bei solchen Startups dann die Titel so gewählt, so dass dann der Programmierer zum Head of Software Development oder der Pakete-Packer sich COO (Chief Operations Officer. Donnerstags kommt dann sicherlich die BCW (best cleaning woman).

Doch wie bei dem Mädchen, das mit ihren Stöckelschuhen erwachsen wirken will, funktioniert das auch mit diesen Bezeichnungen nicht. Eher sorgen diese für Verwirrung, weil eben der Beginner-Begriff Startup nicht so recht zu den hochtrabenden sonst gewählten Begrifflichkeiten passt. Zu gerne geht man mit der Startup-Bezeichnung hausieren, um sich selbst etwas den Flair von etwas Neuem zu geben. Doch dann sollte man diese Linie auch ganz durchziehen und nicht wieder durch Übertreibungen kaputt machen. Wer neu ist hat eben keinen Präsidenten in der Firma sondern einige wenige Fachleute, die häufig auch noch Mädchen für alles sein müssen. Das sollte sich auch in den Bezeichnungen widerspiegeln. Denn weniger ist häufig mehr.



Bei Google ganz vorne stehen
Emil, Montag, 4. Oktober 2010, 11:53
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Wer wie ich häufig in solchen Foren unterwegs ist, in denen sich Shopbetreiber und deren Dienstleister aufhalten, wird die immer wiederkehrende Frage kennen: “Wie schaffe ich es bei Google weiter nach vorne zu kommen?” Meist hat da jemand vor kurzem einen Online-Shop eröffnet, bei der Vorbereitung irgendwo gelesen, dass Suchmaschinen von selbst vorbeikommen und dabei den Shop in die Suchergebnisse aufnehmen, und wartet nun darauf, dass etwas gekauft wird. Meist finden sich dann solche Shops irgendwo auf einem dreistelligen Platz innerhalb der Suchergebnisse, wenn es um die wichtigsten Keywords geht.

Im Netz finden sich viele Anleitungen, was man tun kann, teils brauchbar, teils unbrauchbar, manchmal leicht und manchmal auch nur schwer zu verstehen. Wie wäre es da mit einer Anleitung, die vom Marktführer selbst geschrieben und veröffentlicht wurde? Zuerst kommt einem bei dieser Frage die Aussage in den Sinn, dass Google, wie auch andere Suchmaschinen, nichts von den Geheimnissen preis gibt, nach welchen Kriterien die Suchergebnisse sortiert werden. Das stimmt auch soweit, aber nur, wenn es darum geht, wie stark sich jedes einzelne der berücksichtigten Kriterien auswirkt. Welche Eigenschaften überhaupt Anwendung finden, veröffentlicht Google sehr wohl. Und daher gibt es auch einen solchen Leitfaden, er findet sich unter in dieser Pdf-Datei.

Er richtet sich vor allem an Einsteiger. Eigentlich war der Text nur für den internen Gebrauch der Google-Mitarbeiter bestimmt, doch als man erkannte, dass er auch Seitenbetreibern von Nutzen sein kann, entschloss man sich zur Veröffentlichung. Natürlich schafft man es auch hiermit nicht, von jetzt auf gleich innerhalb der Suchergebnisse von einem Platz ganz weit hinten an die Spitze zu schießen. Aber zum Einstieg ist er doch sehr hilfreich, da er einmal gebündelt aufzeigt, auf was man bei der Suchmaschinenoptimierung für eine Seite überhaupt zu achten hat. Und da er von einem Suchmaschinenbetreiber stammt, ist er auch glaubhaft. Wer die in diesem Leitfaden genannten Kriterien geflissentlich beachtet, hat das Wichtigste für seine Seite schon getan. Dann geht es an den Teil für Fortgeschrittene, der dann endlich wirklich zu Kunden und Einnahmen führen wird.

Viele hilfreiche Tipps zur Suchmaschinen-Optimierung und zu allem, was sonst noch getan werden kann und muss, findet sich auch hier: www.webseiten-emil.de/uebersicht_webseiten_vermarktung.html . Nun sollte aber wirklich den ersten Erfolgen nichts mehr im Wege stehen.



Google Analytics verliert Aussagekraft
Emil, Donnerstag, 27. Mai 2010, 11:31
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Mittels Google Analytics lassen sich die Besuche einer Webseite auswerten. Dazu bindet der Seitenbetreiber ein Skript auf der Seite ein, das beim Aufruf der Seite ausgeführt wird. Mittels des Skripts werden die für eine Auswertung relevanten Angaben, z.B. die IP, an Google gesendet und dort ausgewertet. Der Seitenbetreiber kann sich dann die aufbereiten Daten zu seinen Besuchern auf einer speziellen Seite von Analytics anschauen.

Selbstverständlich wird auch schon der Aufruf der Startseite bzw. der Landing-Page dokumentiert und dabei die Daten des Besuchers erfasst. Doch vor dem Besuch einer Webseite kann ein Besucher nicht erkennen, ob auf dieser Seite Analytics eingesetzt wird oder nicht. Um also eine Dokumentation der Besucherdaten durch Analytics zu verhindern, müsste er also vor jedem Besuch einer ihm fremden Seite technisch verhindern, dass das Skript von Analytics gestartet werden kann. Dies könnte z.B. durch generelles Abschalten von JavaScript geschehen.

Das wäre jedoch äußerst unpraktisch, da somit auch alle anderen Features verunmöglicht werden, die JavaScript erfordern, wie beispielsweise die Lightbox zur vergrößerten Darstellung von Grafiken, oder die Autocomplete-Funktion in Sucheingabefeldern. Da dies für die Nutzer unzumutbar wäre, gab es immer mehr Kritik an Google-Analytics und einer fehlenden und praktikablen Möglichkeit, die möglicherweise ungewollte Datenerfassung durch einen externen Konzern (also Google) zu unterbinden. Insbesondere da Google ohnehin in der Kritik steht, wenn es um den Umgang mit Daten geht (siehe Street-View) und auch andere Firmen wie Facebook gerne Daten sammeln und dies dann zeitgemäßen Umgang mit der Privatsphäre nennen, mehrten sich die kritischen Stimmen.

Nun also hielt es Google für geboten, zu reagieren. Es wird nun ein Tool (Plugin) zur Verfügung gestellt, mit dem die Dokumentation der eigenen Besucherdaten auf von Analytics ausgewerteten Seiten verhindert wird. Noch ist das Tool in der Beta-Phase und leider unterstützt es nicht alle gängigen Browser, z.B. fehlt Opera. Aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung, wenn es um die Eindämmung des ungezügelten Umgangs mit Daten geht.

Für Shop-Betreiber wird sich aber nun einiges ändern. Es ist zu erwarten, dass der Link zu diesem Tool die Runde machen wird, auch dieser Blog trägt ja dazu bei. Mit wenigen Klicks ist das Plugin dann installiert. So wird wohl bald in bestimmten Verbrauchergruppen ein beträchtlicher Teil diese Analyse-Möglichkeit unterbunden haben, so dass eine verlässliche Aussage zur Besucherstruktur immer ungenauer werden wird.

Da es bei einem solchen Tool nur darum geht, die Weitergabe der Daten an externe Firmen zu verhindern, hier speziell an Google, sollte sich jeder Shopbetreiber darum kümmern, die Daten auch ohne eine solche Weitergabe zu analysieren. Dabei ist durchaus möglich, Daten mit der gleichen Aussagekraft wie die Google-Daten zu generieren, jedoch erfordert die Einrichtung solcher Werkzeuge einen wesentlich höheren Arbeitsaufwand. Doch jeder der den Online-Verkauf ernsthaft betreibt, weiß um die Wichtigkeit der Analyse-Daten. Man sollte sich also beizeiten darum kümmern, sich selbst die Analyse-Werkzeuge zu erstellen.

Link zum Tool: http://tools.google.com/dlpage/gaoptout



Google zahlt bei Adsense 51 bzw. 68 Prozent aus
Emil, Montag, 24. Mai 2010, 18:55
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Bisher hatte Google nicht veröffentlicht, wie hoch der Anteil ist, den Google den Betreibern von Webseiten mit Adsense-Werbung auszahlt. Adsense ist eine Werbeform, bei der es Seitenbetreiber ermöglichen, dass auf ihrer Webseite von Google ausgewählte Werbeanzeigen eingeblendet werden. Dabei orientiert sich die Auswahl der Anzeigen am angezeigten Inhalt der Seite, so dass stets zum Thema der Seite passende Werbung eingeblendet wird. Bei einer zweiten Form der Adsense-Werbung blenden die Seitenbetreiber einer benutzerdefinierte Google-Suche auf ihrer Seite ein, und es werden Werbeanzeigen eingeblendet, die zu den Suchergebnissen passen.

Bei der Berechnung der Vergütung nimmt Google als Grundlage den vom Werbetreibenden für die Werbung gezahlten Betrag, und zahlt einen Anteil davon an den Betreiber der Seite aus, auf welcher die Anzeige angeklickt wurde. Bisher hatte Google nicht bekannt gegeben, wie hoch der Anteil ist, der den Seitenbetreibern beim Klick auf eine Werbeanzeige ausgezahlt wird. Verschiedene Schätzungen gingen meist davon aus, dass dieser Anteil etwa 75 Prozent betragen soll. Bezahlt also ein Werbetreibender für einen Klick auf seine Anzeige 80 Cent, so würden bei dieser Annahme 75%, also 60 Cent, an den Betreiber der Seite ausgezahlt, der die Adsense-Werbung auf seiner Webseite einblendet.

Seit dem heutigen Tag gibt Google nun die Prozentzahlen bekannt, welche an die Webseitenbetreiber ausgezahlt werden. Bei Adsense-Werbung für Content-Seiten werden demnach 68%, bei Suchergebnisseiten 51% ausgezahlt. Die Zahlen sind weltweit gleich hoch, lediglich bei einigen großen Anbietern gibt es andere Vereinbarungen.

Auch wenn Adsense auf Shopseiten natürlich ein Unding ist, weil man die Besucher schließlich auf seiner Seite halten und nicht über Werbeanzeigen wegleiten möchte, sind diese Zahlen auch für diese Shop-Betreiber interessant. Viele betreiben unterstützend einen Blog und je nach Branche auch ein Forum. Häufig werden auch Satellitenseiten eingesetzt, um den eigenen Shop bekannter zu machen. Und auf diesen Seiten findet man dann doch häufig auch Werbung, z.B. mittels Adsense. Die Anzeigen der unliebsamen Konkurrenz lassen sich ja in den dortigen Einstellungen verhindern.

Quelle: http://adsense-de.blogspot.com/2010/05/die-adsense-umsatzbeteiligung.html



Google-Doodle Pacman nervt
Emil, Freitag, 21. Mai 2010, 19:42
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Zu besonderen Tagen blendet die Suchmaschine Google statt des Logos eine Grafik ein, die an ein besonderes Ereignis erinnern soll, welches sich an diesem Tage jährt. Diese Grafiken haben den Namen Doodle erhalten und erfreuen sich im Allgemeinen recht großer Beliebtheit. Auch heute gibt es nach Ansicht von Google eines besonderen Ereignisses zu erinnern. Vor 30 Jahren erblickte das Computerspiel Pacman das Licht der Welt. Auch ich fand damals Gefallen an dem Spiel und spielte es nicht selten.

Doch dieser Doodle ist anders, denn es handelt sich nicht um eine Grafik, sondern um eine spielbare Anwendung. Nach kurzer Ladezeit ertönt der aus damaliger Zeit bekannte Sound und einige weitere Sekunden später lässt sich dieses Spiel tatsächlich mittels der Pfeiltasten spielen. Wie ich auf einer englischsprachigen Seite fand, soll dieser Doodle uns 48 Stunden erhalten bleiben.

Mir gefällt dies überhaupt nicht, im Gegenteil, ich bin genervt. Der Sound stört, das JavaScript frisst Ressourcen, und im ungünstigen Fall hakt es dadurch bei der Eingabe der Suchbegriffe. Für mich ist dieser Doodle der klassische Fall eines Eigentors.

Man stelle sich einmal folgende Situation vor, die im Geschäftsleben nicht selten ist. Man telefoniert mit einem Kunden und während des Gesprächs sucht man für ihn etwas bei Google. Und dann mitten im Gespräch kommt dann dieser Sound durchs Telefon. Als Kunde, der vielleicht den Google-Doodle noch nicht wahrgenommen hat, käme ich mir veralbert vor, denn es klingt als würde ich mir während des Gesprächs mit einem Spiel die Zeit vertreiben. Oder, wie ich es häufig mache, man sitzt im Café, um einige Texte auf dem Laptop zu schreiben. Zwischendurch recherchiert man noch ein wenig, und dann ertönt laut und kräftig dieser Sound. Es ist kein schönes Gefühl dann die Blicke von den andren Tischen zu spüren.

Vielleicht hätte Google mal die eigenen Suchergebnisse bemühen sollen. Dann hätten sie gesehen, dass es nicht zum guten Stil gehört auf einer Webseite ungefragt Musik abzuspielen. Genau dies tut Google jedoch, und es gibt noch nicht einmal einen Schalter, um den Sound abzuschalten. Von mir erhält Google daher die verdiente Höchststrafe, denn ich werde in der Zeit der Pacman-Huldigung mit Bing suchen, denn da gibt es auch gute Suchergebnisse.



Google und die mitgelesenen E-Mails
Emil, Montag, 17. Mai 2010, 22:11
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Wie wir vor einigen Tagen hörten, hat Google wohl jahrelang und weltweit mit den Streetview-Autos nicht nur Bilder geknipst sondern auch die Daten zu und aus öffentlichen WLAN-Netzen gespeichert. Das sind Netze wie sie z.B. in Kneipen oder Bibliotheken zur Verfügung gestellt, damit man auch von dort ins Internet gehen kann. In einer solchen Kneipe schreibe ich viele meiner Texte und versende von dort aus naturgemäß dann auch E-Mails. Wenn denn während der Vorbeifahrt des Streetview-Autos eine Webseite angesehen oder ein E-Mail versendet wurde, dann wurde dies auch seitens Google gespeichert.

Angeblich sind es 600 Gigabyte, also 600.000.000.000 Byte (also etwa 300.000.000 (=300-Millionen) DIN-A-4-Seiten an Text), die da gespeichert wurden, ohne dass Google dies nach eigener Aussage bemerkte. Der sprichwörtliche Schelm würde jetzt ja vielleicht jetzt Böses denken, also dass da vielleicht doch irgendwas gewollt war oder so, aber das würde der Emil ja niemals laut sagen.

Egal wie, es wirft ein seltsames Licht auf den Google-Konzern. Hat man den Überblick verloren, welche Daten man überhaupt an welchen Stellen sammelt? Oder ist man sich dessen durchaus bewusst, und sammelt fröhlich, Datenschutz hin, Datenschutz her, vor sich hin, und zwar solange bis sich mal jemand aufregt und dies öffentlich macht?

Auch Street-View sehe ich jetzt durchaus anders als vor diesem Vorfall. Bisher konnte ich zwar die Bedenken durchaus verstehen, aber ich fühlte mich nicht direkt betroffen. Das Haus in dem ich wohne gehört mir nicht sondern meinem Vermieter. Und einmal zufällig draußen von einem Streetview-Auto fotografiert zu werden ist doch schon ein recht großer Zufall, und da die Autos ja recht einfach zu erkennen sind, kann man sich ja auch umdrehen. Tatsächlich habe ich erst einmal ein solches Auto hier in Berlin in natura gesehen. Doch solche Vorfälle führen dazu, sich über das Ganze einmal etwas tiefere Gedanken zu machen.

Wenn ein Tourist nach Berlin kommt, dort einige Fotos schießt, und diese dann nach dem Motto ‘meine schönsten Berlin-Fotos’ ins Netz stellt, käme ich wohl kaum auf die Idee, mich zu beschweren, wenn ich auf einem der Bilder zu sehen wäre. Bei lediglich oberflächlicher Betrachtung ist Google-Streetview nichts anderes: In Phase 1 werden Bilder von allen Straßen gemacht, die dann (ähnlich wie Google-Map) in Phase 2 in Netz gestellt werden.

Doch Google-Map hat auch eine Phase X, und zwar dann, wenn mit der Karte Werbung verbunden ist, ob von Google selbst oder von Seitenbetreibern, die Google-Maps zur Bewerbung des eigenen Projektes einsetzen. Und diese Phase X wird es auch bei Google-Streetview geben. Da sieht man dann ein Bild einer Straße, und an einem bestimmten Haus ist dann ein Werbetext eingeblendet, etwa in der Art ‘Fischrestaurant Nautilus’ oder ‘Fahrschule ‘Meyer’. Spätestens dann wird ein solches Foto zum Werbebild und die darauf abgebildeten Menschen dienen dazu, das Foto lebendig wirken zu lassen. Ich bin nicht damit einverstanden, für solche Werbefotos kostenlos Modell zu stehen. Und daher wünsche ich auch, nicht auf den Streetview-Bildern zu sehen zu sein. Und da die Google-Bots sich ja auch diesen Text ansehen, hat Google ja nun auch Kenntnis davon.



100 Beiträge
Emil, Dienstag, 4. Mai 2010, 19:39
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Das Glossar auf der Webseite wächst und wächst. Inzwischen sind es schon über 100 Beiträge, die man hier finden kann. Von ‘Ad Click Rate’ bis ‘Word Stemming’ werden zu den verschiedensten Begriffen rund um die Vermarktung von Webseiten kurze Erläuterungen gegeben.

Wie die steigenden Besucherzahlen zeigen, wird das Glossar recht viel in Anspruch genommen. Viele lesen dabei nicht nur einen Beitrag sondern blättern interessiert darin. Selbiges kann man auch vom Manual sagen, das in ausführlichen Texten viele Themen beleuchtet.

Keineswegs ist mit der magischen Zahl 100 nun ein Endpunkt erreicht. Es wird noch viele weitere neue Einträge geben, und sicher schon bald kann daher das nächste Jubiläum gefeiert werden.

Auch Sie können sich beteiligen, indem Sie Vorschläge machen. Wenn Sie eine bestimmte Erläuterung im Glossar vermissen, schreiben Sie einfach ein E-Mail, die Adresse finden Sie im Impressum.



Amprice GmbH ist insolvent
Emil, Freitag, 30. April 2010, 08:32
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Die amprice GmbH in Hannover hat nach eigenen Angaben am 26. Februar 2010 Insolvenz angemeldet. Dies ist der vorläufige Höhe- oder besser Tiefpunkt einer Abwärtsbewegung, die nun schon einige Zeit andauert.

Vor etwa zwei Jahren begann man damit, das Projekt amprice 2.0 bekannt zu machen. Man sprach von einer fabelhaften neuen Software, völlig neuen Möglichkeiten beim Shopping im Internet und wähnte, schon bald die Nummer zwei auf dem Auktionsmarkt zu sein. Mit BesteAuktion und Azubo in Deutschland sowie moulaha im arabischen Markt kaufte man Mitgliedsdaten und scheinbar neue Nutzergruppen hinzu.

Dies war jedoch von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Und leider scheitern auf diesem Weg recht viele, die versuchen, einen Shop auf die Erfolgsbahn zu bringen. Es genügt in keiner Phase, sich einfach die passenden Bausteine zusammen zu sammeln und dann darauf zu warten, dass dann der Erfolg quasi von selbst eintritt. Erfolgsrezepte aus dem BWL-Handbuch sind kein guter Berater, wenn es darum geht eine Webseite zu vermarkten. Vorleser nennt man etwas verächtlich die Leute, die einem diese Richtung aufdrängen möchten. Oder anders ausgedrückt: man nehme eine schöne Webseite, sowie etwas Geld, dann schreibe man ein paar Blog-Beiträge, um andere von der eigenen Kompetenz zu überzeugen, ist ein Rezept, das nicht funktioniert. Wenn es so einfach wäre, gäbe es jeden Tag Tausende neuer und automatisch erfolgreicher Internethändler.

Was hier fehlt war also nicht, wie im amprice-Blog genannt das Geld, sondern der eiserne Wille den wahren Weg zum Erfolg zu finden. Dieser Weg führt nun mal nicht über ausgetretene BWL-Pfade, sondern diesen Weg muss man mit Beharrlichkeit und dem zumindest zeitweisen Zurückstellen eigener Interessen selbst finden.

Es bleibt abzuwarten, ob und wie es mit es mit der Plattform weitergeht. Klar scheint jedenfalls, dass es ohne grundlegende Änderungen bei Leitung, Konzept sowie Durchführung wohl keine große Zukunft geben wird.



Bei Google findet man nichts mehr
Emil, Sonntag, 18. April 2010, 07:59
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Nein, hier ist die normale Suche nicht gemeint. Hier geht es um die vielen kleinen Features und Helferlein, die seitens Google auf den Markt geworfen werden. Dies sind mittlerweile so viele, dass man leicht die Orientierung verlieren kann.

Google-Mitarbeiter dürfen 20 Prozent ihrer Arbeitszeit mit eigenen Projekten verbringen. Auf diese Art entstehen natürlich eine Unmenge an unterschiedlichsten Projekten, die Google dann nach Fertigstellung veröffentlichen kann. Die so entstandenen Tools sind aus allen Bereichen, doch meist sollen sie Webseitenerstellern bei ihrer Arbeit helfen. Mal sind es beispielsweise Werkzeuge, die eine Webseite nach bestimmten Kriterien prüft, ein anders mal gibt es ein neues Element, das in die eigene Webseite eingebaut werden kann. Da die meisten dieser Tools kostenlos sind, erfreuen sie sich auch einer recht weiten Verbreitung. Hinzu kommen die vielen Dinge, die Google von sich aus anbietet, wie E-Mail, Webmastertools, Analytics, Adwords und vieles mehr.

Was dabei jedoch fehlt, ist eine zentrale Google-Seite, von welcher man all diese Tools ansteuern kann. Zwar loggt man sich mittels seiner E-Mail-Adresse ein, doch landet man nicht auf einer zentralen Seite, von der man dann z.B. zuerst seine E-Mails lesen kann, um dann vielleicht etwas bei den Webmastertools zu prüfen, dann in einer Api etwas nachzuschlagen, um zum Schluss noch nachzuschauen, wie erfolgreich denn die eigene Adsense-Kampagne ist. Hat man eine Angelegenheit erledigt, muss man erst mühsam herausfinden, wo man denn die weiteren Informationen oder Dienste findet. Meist nutze ich dazu die Google-Suche und speichere den Link dann in meinen Lesezeichen. Einfacher wäre es jedoch, wenn es bei Google selbst im Login-Bereich eine zentrale Seite gäbe, bei der man in einem Menü die entsprechenden Positionen auswählen kann.

In letzter Zeit hat Google verstärkt versucht, eigene neue Angebote auf dem Markt bekannt zu machen, damit diese von einem größeren Kreis der Webseitenbauer und Internetsurfer genutzt werden. Insbesondere bei Wave und Buzz wurde die Kampagne zu früh gestartet, so dass viele Nutzer mit diesen Produkten in Berührung kamen, als sie noch unausgereift waren. Dies hatte dann letztlich zur Folge, dass beide keine größere Verbreitung fanden. Hier wäre es sicherlich besser gewesen, zu warten, bis alles, also auch das Drumherum fertig ist. Und an genau diesem Drumherum muss Google in meinen Augen auch bei den vielen kleinen und größeren anderen Tools und Helferlein nachbessern, will man verhindern, dass die Nutzer endgültig den Überblick verlieren.